Kapitel 4.3

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Im Pfarrbrief darf es „menscheln"

Sobald Personen im Pfarrbrief auftauchen, wird es interessant. Denn mit nichts beschäftigen sich Leser so gerne wie mit anderen Menschen. Besonders dann, wenn es sich um Personen aus dem direkten Umfeld handelt. Es soll und darf im Pfarrbrief ruhig „menscheln". So machen es schließlich auch die großen „Geschwister" des Pfarrbriefs, die Zeitungen und Zeitschriften. Der Pfarrbrief kann von Menschen aus der direkten Nachbarschaft der Leser erzählen, sie in Wort und Bild erwähnen, sie sogar selbst zu Wort kommen lassen. Wenn über eine Veranstaltung mit Herrn Müller berichtet wird, freut sich schließlich Herr Müller, dass er im Pfarrbrief erwähnt wird. Ebenso ergeht es seiner Frau und seinen Kindern. Und auch die Nachbarn und Bekannten von Herrn Müller werden genau lesen, was über ihn geschrieben wird.

Namen sind Nachrichten

Viele Möglichkeiten bieten sich für Pfarrbrief-Redakteure, immer wieder Menschen aus der Gemeinde zu erwähnen. Da gibt es einmal klassische Rubriken mit Namen und Notizen wie die Rubrik, in der die Namen der Neugetauften, der Eheschließungen und Todesfälle veröffentlicht werden. Aber auch die regelmäßige Veröffentlichung hoher bzw. runder Geburtstage. Erwünscht und gelesen werden diese Rubriken nicht nur von den Erwähnten selbst, sondern auch von all den Lesern, die hoffen, auf einen bekannten Namen zu stoßen.

Manchmal möchten Menschen nicht, dass sie mit Namen im Pfarrbrief erwähnt werden. Dann muss darauf Rücksicht genommen werden.

Aus datenschutzrechtlicher Sicht hat sich bei der Veröffentlichung von Geburtstagen die so genannte Widerspruchslösung bewährt, d.h. im Pfarrbrief wird regelmäßig darauf hingewiesen, dass die Veröffentlichung von Geburtstagen bestimmter Altersjahrgänge geplant sei. Diejenigen, die dieses nicht wünschen, werden gebeten, dem Pfarrbüro hierüber Mitteilung zu geben.

Bei Sakramentsspendungen (z.B. Taufe, Hochzeit, Erstkommunion) und Todesfällen müssen die Betroffenen bzw. die Angehörigen einer Veröffentlichung der Namen zustimmen (nähere Informationen unter FAQ: „Namen interessieren – doch nicht jede Veröffentlichung ist erlaubt“).

Menschen vorstellen

Gepflegt werden sollte auch eine Rubrik, in der Personen aus der Gemeinde vorgestellt werden. Wieder gilt: Natürlich auch im Bild. Im Mittelpunkt solcher Porträts können die Seelsorger genauso stehen wie die neue Jahrespraktikantin im pfarreigenen Kindergarten, ein Mitglied des Pfarrgemeinderates oder ein Mitarbeiter der Pfarrbücherei. Kombiniert werden kann solch ein Portrait mit einem Steckbrief der dargestellten Person. Doch sollte er mehr bieten als die Lebensdaten. Wichtig ist, dass die Leser etwas von der Persönlichkeit der vorgestellten Person erfahren und ihr möglichst nahe kommen.

Den eigenen Glauben bezeugen

Eine Perle in jedem Pfarrbrief sind authentische Glaubenszeugnisse aus der eigenen Gemeinde. Menschen äußern sich zu der Frage, warum sie sich in der Gemeinde engagieren. Oder warum ihnen das Evangelium heute noch wichtig ist. Ein Aachener Pfarrbrief stellt regelmäßig die Frage „Warum glaube ich" und veröffentlicht dazu den Beitrag eines Gemeindemitglieds. Solch ein Beitrag darf nicht schwärmerisch formuliert sein. Sonst werden die Leser den Text als „abgehoben" einstufen. Am besten ist es, wenn die Autoren plausibel machen können, wann und warum sie ihren Glauben als Lebenshilfe erfahren. Die Kunst besteht bei solch einer Rubrik darin, Gemeindemitglieder zu finden, die vom vermeintlich intimen Glauben öffentlich Zeugnis ablegen. Denn leider wird der Glaube häufig als Privatangelegenheit betrachtet, über den man sich nicht äußern sollte. Eine nüchterne Stellungnahme zu solch einem persönlichen Thema beeindruckt aber viele Leser und wirbt für den Glauben.

Der Theorie ein lokales Gesicht geben

Theologische Beiträge sind mit Vorsicht zu genießen. Manche Pfarrbriefe verstricken sich seitenweise in theologische oder kirchenpolitische Grundsatzaufsätze. Aufgegriffen werden dabei meist die klassischen Kirchenthemen Zölibat, Empfängnisverhütung, Amtsverständnis, Rolle der Laien, Rolle der Frau ... Solche Beiträge sind gut gemeint, aber sie gehören in der Regel nicht in den Pfarrbrief. Wer sich mit diesen Problemfeldern auseinandersetzen möchte, greift zu theologischen Fachzeitschriften. Doch die meisten Leser interessieren sich für diese (mitunter leidigen) „kirchenpolitischen Klassiker" nicht oder nicht mehr. Leserbefragungen haben gezeigt, dass sie solche theoretischen Ausführungen einfach überblättern. Dennoch mag es manchmal sinnvoll sein, sich auch als kleines Blättchen einmal an die großen Themen heranzuwagen. Dann aber bitte nicht in Form der theoretischen Auseinandersetzung, die mit Argumenten um sich wirft, aber nichts mit der Gemeinde selbst zu tun hat. Stattdessen können Gemeindemitglieder befragt werden, was sie zu einer bestimmten Frage denken. Dadurch wird die Auseinandersetzung „in die Gemeinde geholt" und zeigt ihr lokales Gesicht. Je mehr Menschen sich dann im Pfarrbrief persönlich zum Thema äußern und je knapper ihre Antworten ausfallen, desto mehr Leser werden sich die Antworten durchlesen. Plötzlich geht es dann nämlich nicht mehr um abstrakte Thesen, sondern darum, was Menschen aus der Gemeinde zu einer bestimmten Frage denken. Und statt ellenlanger Traktate bekommt der Leser knappe Statements präsentiert. Diese Stellungnahmen dürfen, sollten sogar ganz konträr sein. Wie erfrischend wirkt es nach außen, dass in einer Gemeinde Raum genug für ganz unterschiedliche Standpunkte ist.

 

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