Eine Deutsche in Afrika (4)

Patricia Henning
17.04.2017 - 06:00

Ich verbrachte zwei Tage im Bus, um von Moroto, meinem Einsatzort, nach Yumbe im Nordwesten Ugandas zu gelangen. Yumbe beherbergt die größte Flüchtlingssiedlung Ugandas, welche nach offiziellen Zahlen ungefähr 272.000 Flüchtlingen aus dem Südsudan Zuflucht bietet. Seit Juli 2016 kommen täglich Flüchtlinge aus dem Südsudan in Uganda an und suchen hier Schutz vor der Gewalt in ihrem Heimatland.

In Yumbe wurde ich herzlichst von den Mitarbeitern des Welthungerhilfebüros empfangen. Der Grund für meinen Besuch war, ein paar Eindrücke von der Nothilfe zu erhalten, die die Welthungerhilfe in Yumbe leistet. Denn mit Unterstützung der EU engagiert sich dort ein 17-köpfiges Team der Welthungerhilfe, aus allen Regionen Ugandas, um die Menschen in der Siedlung mit Zugang zu Wasser, Sanitärvorrichtungen und Hygieneartikeln zu versorgen. Außerdem vermitteln sie mit Hilfe von 60 Freiwilligen aus der Siedlung Wissen zu gesundem Hygieneverhalten unter den besonderen Umständen einer Flüchtlingssiedlung. Zum Beispiel müssen die Kanister zum Wasserholen regelmäßig von innen mit Seife ausgewaschen werden, weil sich sonst bei der Hitze darin Bakterien ansiedeln können.

Neben der Welthungerhilfe und der EU engagieren sich sehr viele internationale und lokale Organisationen, um die Flüchtlinge zu unterstützen. Alle operieren von der kleinen Stadt Yumbe aus, wo nun alle Unterkünfte ausgebucht sind und auch schon neue Restaurants eröffnet wurden. Das ist natürlich ein positiver Effekt für die kleine Stadt. Dennoch ist der größte Spender die einheimische Bevölkerung, denn diese stellt das gesamte Land für die riesige Siedlung zur Verfügung, die nun aus ungefähr 80 Dörfern besteht. Damit auch was an die einheimische Bevölkerung zurückgegeben wird, müssen Hilfsorganisationen 30 Prozent ihrer Unterstützung an diese weitergeben. Für die Welthungerhilfe heißt das, dass sie 3 von 10 Bohrlöchern und Wasserpumpen in einheimischen Dörfern installiert.

Der permanente Charakter der Siedlung wird dadurch deutlich, dass die temporären Wohnzelte und Sanitäranlagen nun mit Häusern aus (selbsthergestellten) Ziegelsteinen oder Lehm ersetzt werden. Die Südsudanesen stellen sich darauf ein, noch einige Zeit in Uganda verbleiben zu müssen, und arbeiten daran, während dieser Zeit so gesund und sicher wie möglich zu leben. Dennoch möchten die meisten, mit denen ich gesprochen habe, sobald wie möglich wieder zurück in ihre Heimat.

Patricia Henning, In: Pfarrbriefservice.de

Patricia Henning (geb. 1987) stammt aus Kella im thüringischen Eichsfeld. Die junge Frau engagiert sich seit August 2016 für ein Jahr in der ugandischen Stadt Moroto für die Welthungerhilfe und die Caritas Uganda im Rahmen des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes „weltwärts“ des Bundesentwicklungsministeriums. Ihre Eindrücke und Erfahrungen schildert sie in der Pfarrbriefservice-Reihe „Eine Deutsche in Afrika“.

Weitere Materialien: 

© Patricia Henning

Flüchtlingssiedlung im Nordwesten Ugandas

© Patricia Henning

Aufgeteilt in fünf Zonen und insgesamt 80 Dörfern beherbergt die Flüchtlingssiedlung im Nordwesten Ugandas rund 272.000 Menschen aus dem Südsudan.

© Patricia Henning

Unterkünfte in der Flüchtlingssiedlung

© Patricia Henning

Ein Mix aus Nothilfeplanen des UN-Flüchtlingshilfswerks und Häusern aus Stein oder Lehm bestimmen das Bild der Flüchtlingssiedlung im Nordwesten Ugandas.

© Paul Mangeni

Wasserkanister fürs Händewaschen

© Paul Mangeni

Patricia Henning bereitet Kanister vor, die als Vorrichtung zum Händewaschen dienen. Sie werden an Flüchtlingshaushalte verteilt, die sich eine eigene Latrine gebaut haben.

© Patricia Henning

Sanitärvorrichtungen im Flüchtlingslager

© Patricia Henning

Permanente und sicherere Sanitärvorrichtungen ersetzen nach und nach die improvisierten Einrichtungen in der Flüchtlingssiedlung.

© Patricia Henning

Wassertanks in der Flüchtlingssiedlung

© Patricia Henning

Große Tanks werden mit Wasser befüllt. Sie liefern in der Flüchtlingssiedlung Zugang zum lebenswichtigen Wasser fürs Trinken, Kochen und Waschen.

Anzeigen

Unser Pfarrbriefmagazin
"Erfolgreich Pfarrbriefe gestalten" – Die kompakte Ideenzeitung
nur 2,50 €
Info und Bestellung

Bank für Kirche und Caritas
Die Bank von Mensch zu Mensch. Partner für kirchlich-caritative Einrichtungen.
bkc-paderborn.de

Ihr Pfarrbrief – in Top Qualität

Preiswert drucken mit persönlichem Service. 32 Seiten DIN A5, 1000 Stück, versandkostenfrei - schon ab 309,36 € brutto.

www.rainbowprint.de

Adobe Software für Kirchen
Kirchengemeinden erhalten InDesign, Photoshop u. Co. zu deutlich reduzierten Preisen.
basis1.com

Download:

Fileicon
Dateiformat: MS Word Document (.doc)
Dateigröße: 32,0 kB

Beispiel für den Urhebernachweis, den Sie führen müssen, wenn Sie den Text nutzen

Text: Patricia Henning
In: Pfarrbriefservice.de