Ostern steht im Zentrum des Markusevangeliums

Marc Witzenbacher, www.magnificat.de
02.02.2018 - 06:00

Im laufenden Lesejahr B stammen die meisten Evangelientexte der Sonntage aus dem Markusevangelium. Der Evangelist Markus, dessen Fest am 25. April gefeiert wird, ist der erste der biblischen Autoren, der aus der zuvor überwiegend mündlich überlieferten Geschichte von Jesus Christus ein zusammenhängendes Evangelium geschrieben hat. Er sammelte, was ihm an Zitaten von Geschichten über Jesus Christus bekannt war, und fasste diese in insgesamt 16 Kapiteln zusammen.

Markus allerdings konzentriert sich im Gegensatz zu den anderen Evangelisten ganz auf die Botschaft Jesu. „Dies ist der Anfang des Evangeliums von Jesus Christus.“ (Mk 1,1) So beginnt das Markusevangelium. Er beschreibt weder die Geburt Jesu, wie die Evangelisten Lukas und Matthäus, noch macht er einen großen theologischen Anlauf, wie der Evangelist Johannes mit seinem Prolog (Joh 1,1–17). Markus kommt ohne Umschweife auf den Punkt. Für ihn ist Ostern, die Auferstehung, das Zentrum seiner Botschaft.

Glaube an den Auferstandenen

In den Gemeinden, für die Markus sein Evangelium geschrieben hat, sind die Fragen nach der Abstammung Jesu oder auch nach seinem Elternhaus nicht so sehr von Bedeutung. Sie versammeln sich, weil sie glauben, dass Jesus am Kreuz für sie gestorben ist, aus dem Grab erstanden ist und lebt. Dabei schildert Markus diesen Glauben nicht als selbstsichere Siegesgewissheit, im Gegenteil. Die Jünger ziehen nicht mit Fahnen durch die Gassen von Jerusalem, Ostern ist kein umjubelter Sieg der Jesusjünger gegen das römische Besatzungsregime. Ostern versetzt auch die Jünger zunächst in Furcht und Angst. Noch nie waren sie mit einem solchen Ereignis konfrontiert und wussten nicht, wie sie damit umgehen sollten. Nach dem triumphalen Einzug in Jerusalem hatten die Jünger damit gerechnet, dass Jesus nun die Herrschaft an sich reißen und die Römer vertreiben würde. Doch dann starb er elend am Kreuz, alle Hoffnungen waren zunichte. Am wenigsten hatten sie mit der Auferstehung gerechnet. Erst als Jesus den Jüngern erscheint, ahnen sie bei aller Furcht, dass das Reich Gottes nun angebrochen ist.

Das Evangelium endete wohl anders

Nach den ältesten Textzeugen endete das Evangelium aber nicht mit den Erscheinungen des Auferstandenen (Mk 16,9–20), sondern mit dem Vers: „Sie verließen das Grab und flohen; denn Schrecken und Entsetzen hatte sie gepackt. Und sie sagten niemandem etwas davon; denn sie fürchteten sich sehr“ (Mk 16,8). Damit wollte Markus vielleicht verdeutlichen, dass der Glaube an den Auferstandenen immer bedroht ist und die Botschaft von Ostern stets verunsichert. Das Evangelium von der Auferstehung sollte die Gemeinde nicht einfach kalt lassen und sie ansonsten nichts angehen. Ostern, das ist für Markus ein so umwälzendes, ein so epochales Geschehen, dass der Mensch zunächst nur staunen und sich fürchten kann.

Markus spricht auch den Zweifelnden in seiner Gemeinde Mut zu. Man muss nicht gleich alles glauben können. Auch die größten Erscheinungswunder sind keine Garantie dafür, dass sich der Glaube an den Auferstandenen auch im Alltag bewähren wird. Jesus will sich vielmehr in den anderen Menschen und den eigenen Taten erkennen lassen. Es geht Markus um den Glauben an den Auferstandenen, nicht um den Glauben an die Auferstehung. Er will seine Gemeinde zu einem Leben mit Jesus und einem Handeln in seinem Geist ermutigen. Daher sind die vielen Geschichten, die sich am Rande des Lebens Jesu abspielen, ihm nicht so wichtig wie den anderen Evangelisten.

Markus macht vielmehr klar: Jesus ist auferstanden, er lebt. Nimm Kontakt mit ihm auf und lebe nach seinem Vorbild, dann wirst du selbst einen eigenen Schluss des Evangeliums erleben: die Erscheinung des Auferstandenen in deinem Leben.

Marc Witzenbacher
aus: Magnificat. Das Stundenbuch, 04/2018, Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer; www.magnificat.de In: Pfarrbriefservice.de

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Text: Marc Witzenbacher, www.magnificat.de
In: Pfarrbriefservice.de