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Seliger des Monats: Der deutsche Sorbe Alojs Andritzki

Marc Witzenbacher, www.magnificat.de
06.12.2017 - 05:29

„Christus will er? Eine Spritze bekommt er!“ Das soll der Krankenpfleger gesagt haben, der am 3. Februar 1943 dem sorbischen Geistlichen Alojs Andritzki eine tödliche Injektion verabreichte und ihn damit tötete. Zuvor hatte Andritzki um die heilige Kommunion gebeten. Der Geistliche war zu diesem Zeitpunkt an Typhus erkrankt und bereits sehr geschwächt. Bis heute wird Alojs Andritzki unter den katholischen Sorben sehr verehrt. Die Sorben sind ein westslawisches Volk, das als nationale Minderheit anerkannt ist und vor allem im Südosten Deutschlands lebt. Bis heute pflegen die Sorben ihre Sprache, haben eine eigene Flagge und feste Traditionen, sind aber in der Regel deutsche Staatsbürger. Heute sind die meisten Sorben katholisch, nachdem im früher überwiegend evangelischen Anteil der Sorben während der DDR-Zeit der Identitätsverlust schnell voranschritt.

Der selige Alojs Andritzki ist für die Sorben auch „ein Vorbild, wie man in schwierigen Zeiten als Christ leben und sich für den Glauben entscheiden kann, selbst angesichts von Verfolgung und Tod“. So formulierte es Georg Spittnak, Vorsitzender des sorbisch-katholischen Cyrill-Methodius-Vereins. Er hatte sich gemeinsam mit den Vertretern des Bistums Dresden-Meißen intensiv für die Seligsprechung Andritzkis eingesetzt.

Liebe zum Sport und zur sorbischen Sprache

Geboren wurde Alojs Andritzki am 2. Juli 1914 in Radibor in der schlesischen Lausitz. Das Ehepaar Andritzki war sehr religiös, von den sechs Kindern studierten alle vier Söhne Theologie. Zwei von ihnen wurden Priester, Alojs und der jüngste Sohn Alfons traten in den Jesuitenorden ein, Alfons fiel jedoch als Soldat im Zweiten Weltkrieg. Alojs hatte die Volksschule in Radibor besucht und ging anschließend in Bautzen auf die Katholische Aufbauschule. In der Schule arbeitete Alojs im sorbischen Gymnasialverband „Włada“ mit und war zwei Jahre dessen Vorsitzender. Nach dem mit Auszeichnung bestandenen Abitur studierte er von 1934 bis 1937 in Paderborn Theologie. Während des Studiums war er Redakteur einer sorbischen Studentenzeitschrift und Sprecher der sorbischen Studentenschaft. Nach seinem Studium kehrte er nach Bautzen zurück und trat in das Priesterseminar des Bistums Meißen ein. Am 30. Juli 1939 wurde Andritzki im Bautzener Dom zum Priester geweiht und als Kaplan in der Dresdener Hofkirche eingesetzt. Seine Leidenschaft war neben seinem Priesterberuf der Sport. In zahlreichen Sportgruppen war er aktiv und betreute als Jugendseelsorger zahlreiche Kinder und Jugendliche.

Verhaftung wegen „heimtückischer Angriffe“

Aus seiner Abneigung gegen das Nazi-Regime hatte Andritzki zu keiner Zeit einen Hehl gemacht, im Gegenteil. Offen wetterte er gegen Hitler und prangerte dessen Unrechtstaten an. So wurde Andritzki wegen „heimtückischer Angriffe auf Staat und Partei“ am 21. Januar 1941 festgenommen und in Dresden in ein Untersuchungsgefängnis gesteckt. Nach seiner Entlassung wurde er sofort wieder verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau transportiert. Auf dem Weg lernte er den Benediktinerpater Maurus Münch aus Trier kennen. Gemeinsam mit ihm gelobte er, die Strapazen klaglos auf sich zu nehmen und die priesterliche Berufung nie zu vergessen. Sie gründeten zusammen mit anderen Priestern einen Studienkreis, in dem sie aus der Heiligen Schrift lasen. Zudem konnten sie einen Liturgiekreis ins Leben rufen. Die Lagerbedingungen waren katastrophal, unzählige Menschen erkrankten an Typhus, auch Alojs Andritzki. Schließlich wurde er mit einer Giftspritze hingerichtet.

Große Verehrung für den sorbischen Geistlichen

Schon kurz nach dem Krieg hatten sorbische Studenten an der Kreuzkirche in Radibor eine Gedenktafel für Alojs Andritzki angebracht. An seinem Todestag trafen sich zu DDR-Zeiten zahlreiche sorbische Jugendliche, um damit auch gegen die kirchenfeindliche Politik zu demonstrieren. Andritzki wurde zum Symbol eines unerschrockenen Glaubens und des Widerstandes gegen antikirchliche Strömungen. Nach ihm wurden zahlreiche sorbische Einrichtungen und Straßen in Bautzen und Radibor benannt. 1998 hatte Joachim Reinelt, damaliger Bischof des Bistums Dresden-Meißen, den Seligsprechungsprozess eröffnet. Papst Benedikt erhob Alojs Andritzki schließlich zur Ehre der Altäre. 2011 wurden die Urnen mit der Asche von Alojs Andritzki, Bernhard Wensch und Alois Scholze in die Märtyrer-Kapelle der Dresdner Hofkirche überführt. Am Pfingstfest 2011 wurde Alojs Andritzki in Dresden seliggesprochen.

Marc Witzenbacher
aus: Magnificat. Das Stundenbuch, 02/2018, Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer; www.magnificat.de In: Pfarrbriefservice.de

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Text: Marc Witzenbacher, www.magnificat.de
In: Pfarrbriefservice.de