Was der Begründer der Psychoanalyse, Carl Gustav Jung, dazu sagt und welche Rolle die Religion für ihn dabei spielt

Dr. Peter Kottlorz, Katholische Rundfunkarbeit am SWR
25.08.2017 - 14:00

Das Leben als Tag - dieses Bild hat einmal der Psychoanalytiker C.G. Jung geprägt. Er hat das Leben der Menschen mit dem Lauf eines Tages verglichen: der Morgen als die Kindheit, der Mittag als die besten Jahre und das Alter als der Abend, der sprichwörtliche Lebensabend. C.G. Jung hat dieses Bild in einem Artikel beschrieben, in dem er sich mit der Krise der Lebensmitte beschäftigt hat. Dass mit dem Höhepunkt, der Sonne am Mittag, eben auch ihr Abstieg beginnt.

Was fast banal klingt, hat er in seiner jahrzehntelangen Praxis als Seelenarzt häufig als Problem erlebt. Dass die Menschen jenseits der Lebensmitte noch so leben wie davor. Dass sie an ihrem Lebensnachmittag oder -abend versuchen, in derselben Art, mit derselben Energie zu leben wie am Vormittag oder Mittag. Und dass sie keiner darauf vorbereitet, dass es ab dem höchsten Punkt ihres Lebens bergab geht, bergab gehen muss. Dass es keine Schule des Lebens gibt, die uns auf diesen natürlichen Abstieg vorbereitet. Dass die Kraft der Sonne weniger wird und am Ende ganz erlischt.

Lernen, mit der Wahrheit gut umzugehen

Obwohl die Menschen das tief in ihrem Inneren spüren, können oder wollen sich viele dieser Wahrheit nicht stellen. Manchmal aus Angst vor Schwäche, vor dem Zerfall oder dem Tod. Naturvölker oder Völker anderer Kulturen als unsere westlichen haben weise alte Menschen, die die Jüngeren lehren, mit dieser Wahrheit gut umzugehen.

Ein anderes Mittel, damit umzugehen, ist Religion. Für C.G. Jung ist sie ein seelisches Heilmittel für die Tatsache, einmal sterben zu müssen. Weil Religion neben all ihren sozialen und emotionalen Seiten auch einen Blick nach vorn hat, den Blick in eine andere, neue, ewige Welt. Nicht als Vertröstung. Nein, C.G. Jung sagt, dass Religion unserem menschlichen Bedürfnis nach Fortdauer entspricht, ein Bedürfnis, das tief in uns eingepflanzt ist. Und dass der Glaube damit auch Trost und Hoffnung spendet, darauf, dass es in der anderen Welt weitergeht, dass der Tod nur ein Übergang ist – in einen Tag, der niemals endet.

Dr. Peter Kottlorz
Quelle: Katholische Rundfunkarbeit am SWR, In: Pfarrbriefservice.de

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Text: Dr. Peter Kottlorz, Katholische Rundfunkarbeit am SWR
In: Pfarrbriefservice.de