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Das jüdische Pessach-Fest und seine Verbindung zu Ostern

Marc Witzenbacher, www.magnificat.de
30.12.2017 - 06:00

Am 31. März 2018 beginnt das jüdische Pessach-Fest. Es erinnert an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten, die Flucht vor Unterdrückung und Sklaverei. So feiern die Juden das Pessach-Fest, das zu den drei großen Wallfahrtsfesten neben Schawuot (Wochenfest) und Sukkot (Laubhüttenfest) gehört, als ein Fest der Freiheit. Daraus leitet sich auch der Name ab, der so viel bedeutet wie „hinwegschreiten“ oder „verschonen“. Im Buch Exodus wird erzählt, dass Gott den Israeliten befiehlt, ein Lamm zuzubereiten und es hastig zu essen (Ex 12,3–6). Mit dem Blut des Lammes sollen sie ihre Türpfosten bestreichen, damit der Herr an den Häusern vorübergeht (passah), wenn er die Erstgeborenen in ganz Ägypten erschlägt (Ex 12,27). Wie alle Wallfahrtsfeste hat Pessach eine historische und eine mit der Natur verbundene Bedeutung. In landwirtschaftlicher Hinsicht ist Pessach mit der Ernte der Wintergerste verbunden.

Ein Fest voller Symbolik

Bei dem acht Tage dauernden Pessach-Fest werden zahlreiche Symbole verwendet. Schon vor dem Fest müssen alle Reste von Sauerteig und gesäuertem Brot aus dem Haus entfernt werden. Nach alter Tradition suchen die Kinder vor dem Pessach-Fest versteckten Sauerteig und werden mit Süßigkeiten für ihren „Fund“ belohnt. Diese Tradition ist bis heute auch in anderen Kulturkreisen mit der Suche nach Ostereiern lebendig. Am ersten Abend des Pessach wird der Sederabend gefeiert. Er folgt einer festen Ordnung (Haggada, „Erzählung“) und macht das Geschehen des Aufbruchs des Volkes Israel aus Ägypten lebendig.

Während des ganzen Pessach-Festes wird nur ungesäuertes Brot, die sogenannten Mazzot, gegessen, um daran zu erinnern, dass beim Aufbruch keine Zeit mehr war, gesäuertes Brot zu backen. Zum Sederabend versammelt sich die ganze Familie, zudem werden viele Gäste eingeladen. Auf einem Teller befinden sich die für das Fest typischen Speisen, die alle an ein Geschehen des Auszugs erinnern: drei Mazzot, in eine Serviette gehüllt, „Erdfrüchte“ (Kartoffeln, Radieschen, Sellerie oder Petersilie), ein Gefäß mit Salzwasser, Bitterkraut (Meerrettich oder Kopfsalat), ein aus geriebenen Äpfeln, Mandeln, Zimt und Wein bereitetes bräunliches Mus, ein Lammknochen und ein gekochtes Ei.

Der Sederabend macht den Auszug aus Ägypten lebendig

Der Knochen mit dem Fleisch erinnert an das Opferlamm, das die Israeliten zubereiten sollten (Ex 12,2–6), das Ei soll das Wallfahrtsopfer symbolisieren. Das Salzwasser, in das die Erdfrüchte getaucht werden, erinnert an die vergossenen Tränen, das Bitterkraut an die bitteren Leiden, das braune Fruchtmus an den Lehm, aus dem die Israeliten Ziegel herstellen mussten, und die Mazzot werden auch als das „Brot der Armen“ bezeichnet. Auf die Frage des Jüngsten am Tisch, was diese Nacht von allen anderen Nächten unterscheidet, liest der Hausvater aus der Haggada die Erzählung des Aufbruchs aus Ägypten vor, wobei die Geschichte so berichtet wird, dass das Geschehen ganz gegenwärtig wird und alle am Tisch sich als Teil des Volkes Israel verstehen, das aus Ägypten ausgezogen ist. Alle lehnen sich nur an, um die Hast des Aufbruchs zu vergegenwärtigen.

Die Botschaft von Pessach ist also immer aktuell: Gott erlöst aus der Knechtschaft. Vor ihm gibt es nur freie Menschen, und so sollen sie auch leben – frei, ihm und untereinander zu dienen. Getrunken wird am Sederabend Wein, und zwar sind vier Becher pro Person vorgeschrieben. Zusätzlich zu den Trinkgefäßen für die Teilnehmer der Mahlzeit wird ein weiterer mit Wein gefüllter Becher auf den Tisch gestellt, der für den Propheten Elia bestimmt ist. Sein Kommen wird immer erwartet, denn Elia gilt als Vorbote des Messias.

Christliches Osterfest greift Pessach auf

Das Osterfest der Christen wäre nicht zu denken ohne das jüdische Pessach-Fest. Jesus feierte mit seinen Jüngern vor seiner Verurteilung vermutlich den Sederabend (Mt 26,17–30; Mk 14,12–25; Lk 22,7–23). So knüpften die ersten Christen an die Tradition des Pessach-Festes an. Auch das Osterfest ist Gedächtnis und Vergegenwärtigung. In der Osternacht wird im Exsultet, dem Hymnus auf die Osterkerze, gesungen: „Dies ist die Nacht, die unsere Väter, die Söhne Israels, aus Ägypten befreit hat.“ Der Name des Osterfestes ist in vielen anderen Sprachen direkt vom Pessach-Fest abgeleitet. Pasqua sagt man im Italienischen, pâques im Französischen, paske auf Norwegisch. In der christlichen Osternachtfeier wird ebenso die Geschichte vom Durchzug der Israeliten durch das Meer vorgelesen. Auch das Osterfeuer und der Einzug der Osterkerze erinnert an das Pessach-Fest. Dem Sederabend geht ein Lichtritus voraus, bei dem die Festlichter gesegnet und feierlich entzündet werden. Im Mittelpunkt beider Feiern steht das geopferte Lamm. In den Opfertieren, die in alter Zeit im Jerusalemer Tempel geschlachtet wurden, sahen schon Paulus und die Kirchenväter einen Hinweis auf den Kreuzestod Jesu.

Ostern und Pessach: Bekenntnis zum Gott des Heils

Der Tübinger Bibelwissenschaftler Herbert Haag sieht in der Wurzel des Pessach-Festes, dem Frühlingsfest der altsemitischen Wanderhirten, in der Feier des Pessach und in der christlichen Osterfeier trotz mancher Unterschiede eine gedankliche Linie. Denn gleichgültig, ob die Nomaden zum Weidewechsel den Blutritus und das Opfermahl hielten, oder „ob Israel das Pessach beging, um seiner Befreiung aus der ägyptischen Knechtschaft zu gedenken, ob die Kirche ihr österliches Pascha feiert, um am Tod und der Auferstehung ihres Herrn Anteil zu haben: Immer bekennen sich die Feiernden in Dank und Hoffnung zu einem Gott, der Heil und Leben ist“ (Herbert Haag, Vom alten zum neuen Pascha. Geschichte und Theologie des Osterfestes, Katholisches Bibelwerk Stuttgart 1971, S. 137). Auch in der christlichen Osterfeier wird Vergangenes gegenwärtig und die Zukunft in den Blick genommen. In der Osternacht erinnern sich die Christen nicht nur an die „alten Wunder“, wie es in der Liturgie heißt, sondern sie ersehnen auch die endgültige Erlösung. So betet der Priester zu Beginn der Feier: „Wir begehen das Gedächtnis des österlichen Heilswerkes Christi in der zuversichtlichen Hoffnung, dass wir einst am Sieg Christi über den Tod und an seinem Leben in Gott teilnehmen dürfen. Entflamme in uns die Sehnsucht nach dir, dem unvergänglichen Licht, damit wir mit reinem Herzen zum ewigen Osterfest gelangen.“

Marc Witzenbacher
aus: Magnificat. Das Stundenbuch, Die Heilige Woche 2018, Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer; www.magnificat.de In: Pfarrbriefservice.de

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Text: Marc Witzenbacher, www.magnificat.de
In: Pfarrbriefservice.de