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Tipps für die Information über Jubiläen und Sakramentsspendungen

Elfriede Klauer
Symbolgrafik zum Datenschutz

© www.pixabay.com

Welche Daten dürfen veröffentlicht werden? Auch Pfarrbriefredakteure müssen sich dieser Frage stellen.

Der Alptraum schlechthin: Während die Familie in der Kirche das Fest der Heiligen Erstkommunion feiert, räumen dreiste Diebe zuhause die Wohnung aus. Wie haben sich die Kriminellen Adresse und Uhrzeit besorgt? Eine Datenquelle kann der Pfarrbrief sein, vor allem dann, wenn er auch auf der Pfarrei-Homepage veröffentlicht wird. Um dies zu verhindern, sollten Pfarrbriefredakteure den Datenschutz im Blick haben.

Generell gilt: Dem Informationsauftrag des Pfarrbriefes und der Pfarrei-Homepage steht das Persönlichkeitsrecht eines jeden Einzelnen auf Schutz seiner personenbezogenen Daten (z.B. Name, Adresse) gegenüber. Was ist erlaubt, was sollte man besser nicht veröffentlichen?

Kurz gesagt gilt für Geburtstagsglückwünsche im gedruckten Pfarrbrief die so genannte Widerspruchslösung. Bei Ehejubiläen, Sakramentsspendungen und Sterbefällen braucht es zusätzlich die Absprache mit den Betroffenen. Bei einer Veröffentlichung im Internet muss dagegen die Einwilligung der Betroffenen vorliegen. Was das bedeutet und wie Sie am besten vorgehen, erfahren Sie im folgenden Text.

KDO und deren Ausführungsrichtlinien

Grundlegend für den kirchlichen Bereich ist die sogenannte Anordnung über den kirchlichen Datenschutz (KDO). Sie legt in allgemeinen Bestimmungen fest, welche Datenschutz-Regeln für den Bereich der katholischen Kirche in Deutschland gelten. Zentral für die Veröffentlichung von persönlichen Daten ist § 10, der festlegt, dass die Verwendung personenbezogener Daten nur zur Erfüllung kirchlicher Aufgaben zulässig ist oder wenn der Betroffene eingewilligt hat. Allerdings findet man in der KDO keine konkreten Anweisungen, ob persönliche Daten, wie Namen oder Adressen, im Pfarrbrief und auf der Pfarrei-Homepage veröffentlicht werden dürfen. (zum Herunterladen der KDO)

Dafür gibt es die Ausführungsrichtlinien zur KDO, die jede (Erz-)Diözese für ihren Zuständigkeitsbereich erlassen hat. Verschiedene Änderungen einzelner Bistümer im Laufe der vergangenen Jahre zeigen, dass der Umfang des Schutzes von persönlichen Daten stetig ausgeweitet wurde. Als gemeinsamer Nenner für den gedruckten Pfarrbrief lässt sich die Regelung ansehen, die sich auf der Internetseite der norddeutschen Bistümer unter www.datenschutz-kirche.de findet.

Regeln für den gedruckten Pfarrbrief

Dort heißt es:

„Veröffentlichungen von Geburtstagen, Jubiläen und Sakramentenspendungen im gemeindeeigenen Pfarrbrief dienen der Information der Gemeinde und der Förderung der Gemeinschaft. Sie sind daher unter folgenden Voraussetzungen zulässig:

  • Es wird in geeigneter Form allgemein bekannt gegeben, dass derartige Veröffentlichungen geplant sind.
  • Den Betroffenen wird das Recht eingeräumt, einer Veröffentlichung zu widersprechen, wenn sie diese nicht wünschen.
  • Eingehende Widersprüche werden auch tatsächlich beachtet.
  • Eingetragene Sperren (z.B. wegen "Gefährdung des Lebens und der Gesundheit") oder ein kircheninterner Sperrvermerk müssen auch ohne einen vorliegenden Widerspruch beachtet werden.
  • Die Veröffentlichung erfolgt ohne Angabe der genauen Wohnanschrift.

Es bietet sich an, auf das Widerspruchsrecht einmal jährlich, möglichst zu Beginn des Jahres hinzuweisen (Pfarrbrief, Aushangkasten). Der Text dazu sollte folgenden Wortlaut haben:

Im Pfarrbrief können Sakramentenspendungen, Alters- und Ehejubiläen, Geburten, Sterbefälle, Ordens- und Priesterjubiläen usw. mit Namen der Betroffenen sowie dem Tag und der Art des Ereignisses veröffentlicht werden, wenn die Betroffenen nicht vorher schriftlich oder in sonstiger geeigneter Form widersprochen haben. Widersprüche sollten dem Pfarramt schriftlich mitgeteilt werden.

Es ist nicht gestattet, personenbezogene Daten, z. B. Adressen usw., an Dritte weiterzugeben, die die Information für gewerbliche Zwecke nutzen können (wie Banken, Tageszeitungen, Firmen usw.), sofern keine schriftliche Einverständniserklärung des Betroffenen vorliegt.“

Soweit der Wortlaut auf der Internetseite www.datenschutz-kirche.de.

Im Gespräch konkretisiert Lutz Grammann, fachlicher Mitarbeiter des Diözesandatenschutzbeauftragten der norddeutschen Bistümer, die Regeln für den gedruckten Pfarrbrief:

1. Geburtstage

- Bei der Veröffentlichung von Geburtstagen dürfen im Pfarrbrief der Name und der Ort genannt werden, ohne vorab jeden Jubilar fragen zu müssen, weil dies schlicht nicht möglich sei. In diesem Fall habe sich die Widerspruchslösung bewährt, also regelmäßig auf diese Praxis z.B. im Pfarrbrief hinzuweisen und einen Widerspruch zu ermöglichen, so Grammann.

- Pfarrbriefredaktionen dürfen beispielsweise auch zum 71. oder 18. Geburtstag gratulieren. Es gebe keine Vorschrift, dass Glückwünsche nur zu runden oder halbrunden Altersjubiläen erlaubt seien. Üblich sei eine Gratulation der über 70jährigen. Sollte darüber hinaus z.B. 18jährigen zur Volljährigkeit Glück gewünscht werden, sei es ratsam, diese Praxis im allgemeinen Hinweis zur Widerspruchsmöglichkeit eigens zu erwähnen.

2. Sakramentsspendungen

- Bei Taufe, Erstkommunion, Firmung, Hochzeit und Ehejubiläen gibt es einen engeren Kontakt zu den Betroffenen und darum die Möglichkeit, die Art und Weise der Veröffentlichung von Daten miteinander zu besprechen. Eine Widerspruchslösung reiche deshalb bei den Sakramentsspendungen nicht aus, erklärt Lutz Grammann (s. auch den Artikel unter http://www.pfarrbriefservice.de/faq/namen-interessieren-doch-nicht-jede-...).

3. Sterbefälle

- Auch bei Verstorbenen müsse mit den Angehörigen geklärt werden, inwieweit sie mit einer Veröffentlichung von Name und Wohnort des Verstorbenen einverstanden sind.

- Sollte ein Gespräch nicht möglich sein, weil evtl. die Beerdigung woanders stattfindet oder gar keine kirchliche Beerdigung gewünscht ist, empfiehlt Lutz Grammann, die Namen nicht zu veröffentlichen.

Regeln für das Internet

Gelten diese Regeln auch für das Internet, also wenn der Pfarrbrief als pdf-Datei online gestellt wird oder die Daten auf der Pfarrei-Homepage veröffentlicht werden sollen?

Eindeutig nein.

Laut der Arbeitshilfe "Datenschutz im Pfarrbüro" vom Dezember 2015 ist eine automatische Veröffentlichung persönlicher Daten im Internet nach den Bestimmungen der KDO nicht erlaubt. Angesichts der weltweiten Verbreitung und der möglichen Gefahren einer Internetveröffentlichung müssen die Betroffenen ausdrücklich einwilligen, wenn Alters- und Jubiläumsdaten sowie Sakramentsspendungen online veröffentlicht werden sollen.

Ein Formulierungsvorschlag, um die Einwilligung der Betroffenen schriftlich einzuholen, findet sich in der Arbeitshilfe, die Sie hier herunterladen können.

Fragen aus der Praxis - Antworten von Lutz Grammann, fachlichem Mitarbeiter des Diözesandatenschutzbeauftragten der norddeutschen Bistümer

1. Bei uns war es bisher üblich, im gedruckten Pfarrbrief bei den Kommunionkindern für die Überbringung von Glückwünschen die Adressen zu veröffentlichen. Darf das nicht mehr sein?

Lutz Grammann: Mit den Eltern der Kommunionkinder besteht vorher, während der Kommunionvorbereitung, intensiver Kontakt. Dabei kann die Art der Veröffentlichung besprochen werden. Auf die Wünsche der Eltern hierbei ist Rücksicht zu nehmen.

2. Wir schicken den Pfarrbrief auch immer an die örtlichen Zeitungen, damit diese die Namen der Kommunionkinder veröffentlichen können. Dürfen wir das beibehalten?

Lutz Grammann: Ja. Der Pfarrbrief ist ein allgemeines Presseerzeugnis, das jeder, auch wenn er nicht zur Gemeinde gehört, lesen kann. Eine lokale Zeitung kann den dort veröffentlichten Inhalt aufnehmen und weiter verbreiten.

3. In der Gottesdienstordnung des gedruckten Pfarrbriefes werden z.B. bei einem Ehejubiläum der Anlass und die Namen des Ehepaares genannt. Sollten wir aus Datenschutzgründen besser darauf verzichten?

Lutz Grammann: Eine solche Veröffentlichung ist nur mit Einwilligung des Ehepaares möglich. Hier reicht die Widerspruchslösung nicht aus, da die Möglichkeit zu einer konkreten Absprache besteht.

4. Wir stellen unseren gedruckten Pfarrbrief als pdf-Datei auch online auf unsere Pfarrei-Homepage. Was müssen wir beachten, wenn im gedruckten Pfarrbrief Personenstandsangaben und persönliche Daten zu Jubiläen und Sakramentsspendungen veröffentlicht sind?

Lutz Grammann: Eine Veröffentlichung im Internet ist weltweit allgemein zugänglich. Die Daten können kopiert, verfälscht und verändert werden. Das Risiko eines Missbrauchs ist dabei wesentlich höher. Beispiel: Im Amtsblatt einer Diözese wurde die Versetzung eines Diakons zu einer anderen Pfarrei bekannt gegeben. Durch die Veröffentlichung im Internet erfuhr der (weltliche!) Arbeitgeber hiervon und kündigte den bestehenden Arbeitsvertrag mit der Begründung, dass der Betreffende ohne seine Genehmigung noch eine Nebentätigkeit ausübe. Daher muss der Datenschutz leider darauf bestehen, dass solche Internetveröffentlichungen unterbleiben, es sei denn, dass sie mit der ausdrücklichen Einwilligung des Betroffenen erfolgen.

5. Unser gedruckter Pfarrbrief informiert über die Messintentionen. Gibt es datenschutzrechtliche Probleme, wenn wir diese auch auf der Pfarrei-Homepage nennen?

Lutz Grammann: Messintentionen beziehen sich in erster Linie auf Verstorbene. Eine Formulierung, wie „Für die Lebenden und Verstorbenen der Familie Maier“ ist dabei unkritisch. Ebenso eine Formulierung wie „Für den verstorbenen Gustav Maier und seine Familie“.

Weiterführende Links

(Artikel überarbeitet am 09.05.2016: ek)

Geschrieben von: 

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