Kirche zu den Menschen bringen: Jutta Maier geht im Dekanat Mindelheim ganz neue Wege

Maria Steber
Schäferwagen

© Maria Steber / pba

Gemeindereferentin Jutta Maier ist für ihren heutigen Einsatz in Eppishausen gerüstet.

Den Holzofen hat Jutta Maier schon angezündet. Die Teetassen stehen bereit. Und auch die bunten Sitzkissen mit den Schriftzügen „Ruhezone“ oder „Nimm Platz“ laden auf der gemütlichen Holzbank zum Verweilen ein. Der Schäferwagen ist für seinen heutigen Einsatz in Eppishausen bereit. Und Jutta Maier auch. 

Seit kurzem ist die Gemeindereferentin damit im Dekanat Mindelheim unterwegs. Sie macht an unterschiedlichen Orten Halt, spricht mit den Menschen, liest Geschichten aus der Bibel vor. Der Wagen dient als Ort der Begegnung und des Gesprächs. Ihr Ziel? „Ich will die Kirche zu den Menschen bringen“, sagt Maier. Jeweils zwei Tage bleibt sie an einem Ort. 

Heute, an einem sonnigen Tag im November, hat sich eine Gruppe aus dem örtlichen Kindergarten für einen Besuch angemeldet. Sechs Kinder und zwei Leiterinnen lassen sich im Schäferwagen nieder. Jutta Maier verteilt Schäfchen aus Stoff, setzt ihren großen „Erzählerhut“ aus Filz auf und nimmt eine hölzerne Kiste auf ihren Schoß. „Ich erzähle Euch heute die Geschichte von König David“, richtet sich Maier an die Kinder. Aus ihrer Kiste zieht sie nach und nach die passenden Bilder dazu, spielt mit ihrer Gitarre und singt. „Der Herr ist mein Hirte“, stimmen bald auch die Kinder mit ein. „Gott ist wie ein guter Hirte“, erklärt Maier. „Wenn Ihr Angst habt, betet am besten zu ihm. Gott lässt Euch nicht allein.“ 

Eine wohlige Wärme hat sich unterdessen im Schäferwagen breit gemacht. Das Feuer im Holzofen neben der Sitzbank knistert im Hintergrund. Aus dem Ofenrohr dringen graue Rauchschwaden nach draußen und machen die Dorfbewohner auf die Anwesenheit der Gemeindereferentin aufmerksam. 

Drei ältere Damen nehmen währenddessen ebenfalls im Schäferwagen Platz. „Wir waren neugierig und sind extra aus dem Nachbardorf hergekommen“, erzählen sie. In der Zeitung hätten sie von dem Projekt erfahren. Jutta Maier spricht mit ihnen über alltägliche Themen, hört zu, fragt nach. „Auch das gehört dazu“, erklärt sie hinterher. „Ich möchte wahrnehmen, was die Menschen im Dorf bewegt.“ Es sei gut, dass die Kirche zu den Menschen kommt, finden die Frauen. 

An fünf Orten war Jutta Maier bisher unterwegs. Langeweile hat sie nie erlebt. „Es gibt wenige Phasen, in denen keiner vorbeikommt“, sagt sie. Und dennoch: Von Erfolg möchte sie nicht sprechen. „Das ist immer relativ. Menschen mit einem Lächeln vorbeigehen zu sehen, ist für mich genauso wertvoll.“ 

Wenn sich die Gemeindereferentin an ihr schönstes Erlebnis erinnert, wird sie nachdenklich. „Mit einer Person, die zufällig vorbeikam, hat sich neulich ein ganz intensives Gespräch entwickelt. Am nächsten Tag hatte ich in meiner Gebetsbox an der Tür einen Zettel dick vollgeschrieben mit einem Gebetsanliegen. Solche Dinge bewegen.“  

Weitere Informationen zum Projekt „Kirche am Weg“, zu aktuellen Terminen und Veranstaltungen am Schäferwagen finden Sie auf den Seiten des Dekanats Mindelheim unter „Kirche am Weg“.

Geschrieben von: 

Anzeigen

Pfarrbriefe drucken
ob schwarzweiß oder in Farbe, mit einer großen Auswahl an Papiersorten.
pfarrbrief24.de

Blauer Engel im Pfarrbrief?
Bei uns ohne Antragsverfahren! Sympathische Ausstrahlung bei höchstem Qualitätsniveau und niedrigsten Preisen.
Gemeindebriefdruckerei.de

Pfarrbriefmagazin 2018
Unser beliebtes Pfarrbriefmagazin ist 2018 in einer Neuauflage erschienen: überarbeitet, erweitert, aktualisiert.
Zur Bestellseite

Religiöser Buchtipp des Monats
Unkompliziert und direkt hier bestellen. Jeden Monat frisch:
borromedien.de

Nachrichten

Letzte Beiträge: 

Der Kreuzweg der italienischen Gemeinde in Ulm/Neu-Ulm bewegt tausende Menschen

Kirchlich orientiert: Im Bistum Augsburg unterstützt eine Genossenschaft nachhaltige Energieprojekte

Ministranten-Romwallfahrt 2018

Credo Musik Tag: Inspiration für Gottesdienst und Verkündigung

Gemeinsame Suche nach dem Platz im Leben: Das Augsburger „Basical“ ist Vorzeigeprojekt für die Jugendsynode

  •  
  • 1 von 3